Linienpilotenausbildung (ATPL) integriert oder modular? Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Im Rahmen der EASA (European Aviation Safety Agency) gibt es mehrere Möglichkeiten, um eine entsprechende Ausbildung zum Linienpiloten oder Verkehrsflugzeugführer, genauer zum ATPL (Airline Transport Pilot License) gemäß EU-Part-FCL – Flight Crew Licensing zu absolvieren.

Bevor mit der EU-Part-FCL eine europaweite Standardisierung der Lizenzierung für Luftfahrtpersonal eingeführt wurde, führte der Weg über verschiedene Etappen hin zur entsprechenden Linienpilotenberechtigung:

PPL – Privatpilotenlizenz, theoretische und praktische Prüfung, Stundenaufbau und Erfahrung sammeln, IFR – Instrumentenflugausbildung, theoretische und praktische Prüfung, Stundenaufbau und Erfahrung sammeln, CPL – Berufspilotenausbildung, CR MEP – Klassenberechtigung mehrmotorige Luftfahrzeuge, theoretische und praktische Prüfung, ATPL – Theorielehrgang und theoretische Prüfung.

Dieser Weg wurde im Rahmen der EU-Part-FCL als modulares Ausbildungskonzept übernommen, das bedeutet, dass im Zuge der Ausbildung 4 theoretische Prüfungen (3 davon in Wien) und 4 praktische Prüfungsflüge absolvert werden müssen. Oftmals wurde und wird diese modulare Ausbildung – je nach Berechtigungsniveau der Ausbildungsstätte – verteilt absolviert. Zum Beispiel PPL und Stundenaufbau in einem Verein, Instrumentenflugausbildung in Flugschule A und CPL bzw. ATPL in Flugschule B. Damit sind sämtliche Probleme schon vorprogrammiert. Mögliche Mängel in der Grundausbildung werden in der Folge zu spät erkannt und ziehen sich bis zur höchsten Lizenzklasse nach oben, was wiederum zu Schwierigkeiten im Rahmen der Einstellungstests für Cockpitpersonal führen kann.

Die modulare Ausbildung hat heute sehr oft den Zweck, Personen, die bereits eine Privatpilotenlizenz und entsprechende Flugerfahrung nachweisen, trotzdem den Weg zur Linienpilotenlizenz zu ermöglichen.

Unter anderem aus diesen Gründen und vor allem zur Standardisierung der Ausbildung von Linienpiloten, wurde mit JAR-FCL (heute ersetzt durch EU-Part-FCL) das Konzept der „integrierten“ oder „ab initio“ Pilotenausbildung für Linienpiloten eingeführt. Die Begriffe integriert oder ab initio werden immer wieder fälschlicherweise für modulare Ausbildungskonzepte verwendet.

Dieses Konzept unterliegt strengsten Richtlinien seitens der Luftfahrtbehörde. So muss eine Flugschule in allen Belangen strengere Auflagen erfüllen, um überhaupt einen integrierten Linienpilotenkurs anbieten zu dürfen. In Deutschland und Österreich sind Flugschulen mit diesen Berechtigungen sehr dünn gesät.

Der integrierte Linienpilotenlehrgang beginnt mit entsprechender Theorie- und Flugausbildung, die von Anfang an auf Ihren künftigen Arbeitsplatz zugeschnitten ist. Callouts, Standard Operating Procedures (SOPs) gehören vom ersten Tag an zum Umfang Ihrer Ausbildung und verfolgt nur einen Zweck: Sie zum Linienpilot zu machen. Die integrierte ATPL Ausbildung wird mit einer Theoriprüfung und einer praktischen Prüfung abgeschlossen und kann dadurch auch in wesentlich kürzerer Ausbildungszeit abgeschlossen werden.

Aufgrund der strengeren Ansprüche an Flugschüler und Flugschule wird das integrierte Ausbildungsmodell sehr oft von Airlines im Zuge der Aufnahme von Cockpitpersonal bevorzugt.

integriert modular
Ausbildungsende CPL mit ATPL frozen CPL mit ATPL frozen
Theorieprüfungen 1 4
Praktische Prüfungen 1 4
Ausbildungsdauer (Monate) mind. 13 18 – viele Jahre

Fordern Sie kostenlos und unverbindlich Informationen zu Ihrer gewünschten Ausbildung, einschließlich Kosten und Ablauf an.

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